Die spannende Geschäftswelt

« Zurück zur Startseite

Erstellung von monatliche Rückstellungen als Gläubigerschutz

posted am

Unternehmen bieten entweder Dienstleistungen oder Produkte an. In manchem Fällen übernehmen sie beide Sparten. Die Führung des Unternehmens verursacht Aufwendungen, die durch den Einkauf, die Produktion oder die Verwaltung entstehen. Diesen stehen die Erträge gegenüber, die durch die Ausführung der Dienstleistungen und den Verkauf der Produkte erzielt werden. Daneben gibt es Aufwendungen, die am Ende des Monats zwar dem Sinn, nicht aber der Höhe nach bekannt sind. Es handelt sich dabei um Schätzungen. Für diese wird am Ende des Monats jeweils eine Rückstellung gebildet, die den möglichen Aufwand in der monatlichen betriebswirtschaftlichen Auswertung abbilden soll. Soll die Erstellung von monatlichen Rückstellungen zum Ende des Wirtschaftsjahres erfolgen, so fließt die Rückstellung in den Jahresabschluss ein. Wird eine Rückstellung, die während eines Monats gebildet wird, im Laufe des Jahres nicht aufgelöst, dann fließt sie als kumulativer – oder zusammengefasster – Wert ebenfalls in den Jahresabschluss ein.

Doch für welche Aufwendungen ist die Erstellung von monatlichen Rückstellungen notwendig und gesetzlich vorgeschrieben? Muss beispielsweise bei einer gelieferten und montierten Maschine ein wichtiges Teil ausgetauscht werden, dann bildet der Auftragnehmer für die Komponenten sowie die vermutlichen Arbeitsstunden eine monatliche Rückstellung. Erst wenn die für das Unternehmen entstandenen Kosten intern abgerechnet worden sind, wird die Rückstellung aufgelöst.

Die Erstellung von monatlichen Rückstellungen ist auch erforderlich, wenn Rechnungen für bestimmte Leistungen noch nicht eingegangen sind. Die darin enthaltenen Beträge stehen zwar schon fest, der Beleg ist jedoch noch nicht da. Dieser Fall tritt jedoch selten ein, da viele Rechnungen per PDF erstellt und online versandt werden. Es kann jedoch sein, dass der Rechnungsersteller den betreffenden Betrag in einem späteren Monat einstellen möchte.

Sobald die Rechnung des Lieferanten vorliegt, wird der Rückstellungsbetrag vom Rückstellungskonto auf das Lieferantenkonto umgebucht. Ist die Rückstellung in der Höhe der eingehenden Rechnung eingestellt worden, dann ist der Saldo des Rückstellungskontos am Monatsende nach der Umbuchung null. Sollte der Rechnungsbetrag niedriger ausfallen, so entsteht ein Ertrag bei der Auflösung der Rückstellung. Hat hingegen der Lieferant einen höheren Betrag berechnet, dann muss nach der Auflösung der Rückstellung die Differenz zulasten des Lieferantenkontos gebucht werden.

Neben diesen Rückstellungen gibt es Positionen innerhalb des monatlichen Abschlusses, die jeden Monat in unbestimmter Höhe wiederkehren. Hierfür wird ein pauschaler Betrag errechnet. Auf dieser Grundlage weist jeder Monats- und Jahresabschluss neben den konkreten Aufwendungen auch die aus, die wahrscheinlich sind. Diese Vorgehensweise entspricht dem Gläubigerschutzprinzip, nachdem wahrscheinliche noch nicht realisierte Verluste ausgewiesen werden müssen. Durch die Erstellung von monatlichen Rückstellungen kommt es zu einem vorläufigen Gewinn, der alle individuellen Risiken abdeckt. Das ist vor allem bei Gesprächen mit Banken wichtig, wenn Kredit aufgenommen oder umgeschuldet werden müssen.


Teilen